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Besuch in der Partnerstadt von Ibbenbüren, in Nijverdal / Hellendoorn in den Niederlanden

Zehn Redaktionsmitglieder des Online-Magazins “g-bunt“ aus Ibbenbüren unternahmen einen Ausflug der besonderen Art. Die Einladung kam aus der Partnerstadt Nijverdal/Hellendoorn in den Niederlanden auf  Anregung von Karl-Heinz Mönninghoff. Unterstützt wurde er von Karl- Heinz Klausmeyer, beide Vertreter der Städtepartnerschaft von Ibbenbüren. Ein Schwerpunkt des Ausflugs war das ergreifende Erlebnis im Memory Museum, aber auch eine Stadtführung mit Rathausbesuch und anschließendem Ausklang im Pfannkuchenhaus standen auf dem Plan.

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doitscha

„Doitscha“, so nennt David manchmal seinen Vater. Die Anlässe variieren vom saloppen „He, du“ bis zum ausgrenzenden „Du doitscha“.

Doitscha = Deutscher.

Was sind David und sein Bruder Sammy? Nach jüdischem Recht Juden, denn die Mutter ist Jüdin. Der Vater ist Deutscher, also.sind die Kinder mindestens zu fünfzig Prrozent Deutsche. Eine schwierige Gemengelage!

„Eine jüdische Mutter packt aus“, so der Untertitel dieses Buches“. Und da ist was auszupacken. Diese Familie ist nicht einfach.

Die Mutter, Kind jüdischer Eltern, die den Holocaust überlebten, aufgewachsen im Internat, verheiratet mit Georg, einem Westfalen.

Georg: „ Ich komme aus engen Verhältnissen – oder wie soll man das bezeichnen, wenn man in Greven im Münsterland Messdiener war. Adriana hat meinen Horizont erweitert. Es gibt eine Welt hinter dem Dortmund-Ems-Kanal.“

 

Adriana und ihr Mann sind beide freiberuflich künstlerisch tätig. Zwei Söhne, David, heftigst pubertierend, und Sammy, der nach Davids Meinung mit Charme allen auf der Nase herumtanzt.

Die Familie lebt in Berlin, in Deutschland.

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Ein alter Schlüssel und seine "mögliche" Geschichte

Erbstreitigkeiten gibt es nicht selten. Aber eine „Erbauseinandersetzung“ um einen alten Schlüssel, das ist wohl eher eine Ausnahme.

Es war in den 1970er Jahren. Nach dem Tod des Vaters legten zwei von den vier erbberechtigten Kindern Wert auf einen alten Schlüssel, den der Vater immer hoch in Ehren gehalten hatte. Keiner von beiden wollte freiwillig verzichten. Also einigten sie sich schmunzelnd darauf, um den Schlüssel zu knobeln.

Was aber hatte es mit diesem Schlüssel für eine Bewandtnis?

 

Groß ist er (siebzehn cm), verrostet und alt. Früher hatte man solche Schlüssel für Kirchentüren, Bürgerhäuser oder Truhen.

Viel weiß man nicht von diesem Schlüssel. Er stammt vom alten evangelischen Friedhof an der Christuskirche in Ibbenbüren.

In den 1950er Jahren wurde beim Bau der Ludwigskirche Ausschachtungsmaterial aus der Kanalisation an der Marktstraße verwendet. Dabei fiel ein Erdklumpen auf. Aus halb verrottetem Sackleinen und Werg löste sich ein alter, verrosteter Schlüssel.

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Ein Mord in Ledde

Gemeindevorsteher Heinrich Schulte - das war sein spektakulärster Fall, der Mord an Hulda Domansky.
Er hatte am 6. April 1925 die Untersuchungskommission, die aus der hohen Provinzialhauptstadt Münster eigens anreiste, zu empfangen und zum Tatort zu führen. Er hatte als Leddes Gemeindevorsteher dieser Kommission mit Rat und Tat zu Fragen der Umstände und Örtlichkeiten zur Verfügung zu stehen, ganz Amtsperson und oberster Repräsentant der Gemeinde. Oft und gern wird er später neben seinen vielen, mit blühender Fantasie erzählten Jagdgeschichten von diesem Fall berichten. Weit über Leddes Grenzen hinaus sorgte dieser Mord für großes Aufsehen. Zu erinnern ist an Heinrich Schulte zu Ledde, nach dem 1. Weltkrieg bis 1933 „Gemeindevorsteher" von Ledde. Der Fall Domansky war irgendwie schon nach seinem Geschmack. Nicht dass er Liebhaber speziell von Mord und Totschlag gewesen wäre und auf so etwas nur gewartet hätte. Aber es gefiel ihm sicherlich, als Amtsperson an Leddes spektakulärstem Kriminalfall beteiligt zu sein. Zudem war Übersinnliches im Spiel, das mochte er besonders. Das war mal etwas ganz anderes als die triste Routine in den vielen Ratssitzungen.

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Entwicklung des Marktgeschehens in Ibbenbüren “Früher und Heute“

Markttage in Ibbenbüren. Wer kennt sie nicht! Viele Menschen treibt es an diesen Tagen in die  Stadt. Eine große Vielfalt an zusätzlichen Angeboten, wie Blumen, Obst, Fleisch, Kleidung und einiges mehr.

Ein buntes Bild!

Es fühlt sich gut an, über den Markt zu gehen. Ab und zu ein Schwätzchen halten, weil alte Bekannte über den Weg laufen, vielleicht auch mal in den zahlreichen Kaffees einen solchen trinken und dem regen Treiben zusehen, sauberen Fußes über den Markt schlendern und alles auf sich wirken lassen.

 

So war es nicht immer!

 

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„Wochenmarkt“ in Münster – ein Zeitdokoument

Münster in Westfalen! Da fällt einem eine Menge ein.

Dom, Bischof, Wiedertäufer. Historisches Rathaus, Friedenssaal. Annette von Droste-Hülshoff, Bischof von Galen. Landesmuseum und Moderner Skulpturenpark. Universität, Studenten, Pinkus Müller, Radfahrer. Auch Prinzipalmarkt und Wochenmarkt!

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Eine Bildergeschichte aus dem Aatal und das Vermächtnis des vergessenen Malers Max Kicherer.

Ein weitgehend vergessener Kunstmaler wirkte in der Zeit nach dem zweiten Weltkrieg im Tecklenburger Land der viele Werke seines künstlerischen Schaffens hinterlassen hat. Max Kicherer, geboren 1899 in Baiersbronn im Schwarzwald, war laut Adressbuch Kunstmaler und auch in seinem Ausweis von der Reichskammer für Bildende Kunst war „Kunstmaler“ eingetragen.

Mit 18 Jahren geriet er im ersten Weltkrieg als Marinesoldat in russische Gefangenschaft. Bald wurde sein frühes Talent bekannt und er malte Porträts von russischen Generälen. Über seine Zeit bis zum zweiten Weltkrieg ist nichts bekannt, jedenfalls wohnte er von 1942 bis 1956 an der Nordbahnstraße in Uffeln bei einer Familie Huilmann. In der schweren Zeit des Krieges und der Nachkriegszeit war er bettelarm und hatte kaum etwas zu essen. Daher fuhr er täglich mit seinem Fahrrad zu den Bauern in Uffeln oder nach Hopsten, um Aufträge für Ölgemälde zu bekommen.

Kicherer war eine recht auffällige Gestalt, ein kleiner Mann mit Baskenmütze und Knickerbockern, auf dem Gepäckträger hatte er seine Staffelei. Wenn er mit dem Rad unterwegs war, lief neben ihm sein Schäferhund mit. In der Zeit von etwa 1948 bis 1950 war er häufig im Laggenbecker Aatal und machte dort für die meisten Bauern Ölgemälde ihrer Höfe. Er malte auch das Bild mit dem Auerhahn, welches das Jägerzimmer schmückte und hielt zahlreiche Fachwerkhäuser im Tecklenburger Land bildlich fest, doch diese Häuser sind inzwischen größtenteils abgerissen.

Kicherers Bilder hängen auch heute noch in vielen Privathäusern und so mancher ältere Bauer aus dem Aatal erinnert sich an ihn. Als Lohn für seine Arbeit winkte häufig ein deftiges Essen und etwas Schnaps. Den Schluck brauchte er für seine künstlerische Inspiration. Er lebte in absoluter Mittellosigkeit wie sei­ne Vorbilder, die großen Maler des Impressionismus und des Expressionismus in Paris. Vor Ort angekommen, stand er dann an seiner Staffelei und machte eine Kohlezeichnung, die als Vorlage diente. Zuhause wieder angekommen, malte er das farbige Bild in Öl auf Leinwand.

 

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Steinmetzzeichen an unserer Christuskirche

Schon vor über 4000 Jahren verwendete man in Ägypten Steinmetzzeichen.

Heutzutage können Wissenschaftler anhand dieser „Unterschriften“ bestimmte Steinhauer oder Werkstätten identifizieren. Interessante Informationen sind ablesbar, wie zum Beispiel die Entwicklung des Baustils. Die Wanderungen der freien Maurer von einem Kirchenbau zum anderen, deren Werkstätten und Bauhüttenstandorte lassen sich nachvollziehen. In Ibbenbüren gibt es sie auch, diese mittelalterlichen Handwerkerzeichen, viele sind an unserer Christuskirche zu entdecken.

 

Ein Zeichen auf einem behauenen Stein zeigt das Werk eines bestimmten Steinmetzes. Es erleichterte damals auch die Abrechnung für die Güte und Anzahl der gelieferten Werksteine.

Während der großen Kirchenbauzeit in Westfalen vor ca. 500 Jahren waren nicht in jedem Ort Steinhauer ansässig.  Die wandernden freien Maurer zogen von Ort zu Ort, je nach Auftragslage und vollbrachten wahre Wunderwerke.

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