Florence Nightingale

Sie war die Wegbereiterin der modernen Krankenpflege, die alle Widerstände überwand, um das zu tun, was sie für richtig hielt.

Geboren wurde Florence Nightingale am 12. Mai 1820 während einer Europareise ihrer Eltern in Florenz. Die Geburtsstadt beeinflusste gleichzeitig  die Wahl ihres Vornamens. Als jüngste Tochter einer wohlhabenden britischen Familie erlernte sie mehrere Sprachen und erhielt Unterricht in Geschichte und Philosophie.

Schon in frühen Jahren sah sie es immer mehr als ihre Verpflichtung an, sich um erkrankte und pflegebedürftige Menschen zu kümmern. Als sie mit 25 Jahren entschied, sich aktiv der Krankenpflege zu widmen, stieß sie bei ihren Eltern auf großes Unverständnis. Sie ließ sich aber nicht von ihrem Vorhaben abbringen und sah es, gegen den Willen ihrer Eltern, mehr und mehr als ihre Lebensaufgabe an, die Situation der Kranken und Leidenden zu verbessern.

Nachdem sie sich in mehreren Hospitälern und Krankenhäusern in England umgeschaut hatte, empfand sie es als dringend erforderlich, notwendige Reformen in der britischen Krankenpflege durchzusetzen. Die Pflege der Kranken fand oft durch unqualifiziertes Personal und unter miserablen, hygienischen Zuständen statt. Florence Nightingale erkannte, dass eine pflegerische Grundausbildung und systematische Schulungen erforderlich waren, um solche schlechten Bedingungen zu verhindern.

Ihre pflegerische Ausbildung erhielt sie bei den „Barmherzigen Schwestern“ in Paris und in der Nähe von Düsseldorf in der Kaiserswerther Diakonie, die der evangelische Pfarrer Theodor Fliedner, zusammen mit einem Krankenhaus,  1836 gegründet hatte. Noch heute besteht ein Florence-Nightingale-Krankenhaus der Kaiserswerther Diakonie, ein akademisches Lehrkrankenhaus der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf.

Im Auftrag der britischen Regierung kümmerte sie sich während des Krimkrieges (1853 –1856) im türkischen Militärkrankenhaus und später auch in den Krankenpflegestationen auf der Krim um verwundete britische Soldaten.

Da sie während der Nacht mit einer Lampe in der Hand nach ihren Patienten schaute, wurde sie als „The Lady with the Lamp“ („Die Lady mit der Lampe“) bekannt.

Der Krimkrieg hatte gezeigt, dass die vielen Toten nicht nur durch Kampfhandlungen, sondern ebenso durch Krankheiten wegen Mangelerscheinungen und die katastrophalen Hygienezustände zu beklagen waren. Es war der Verdienst von Florence Nightingale, dass sie das erkannte und an die Öffentlichkeit brachte.

Während ihres Einsatzes war Florence Nightingale selbst schwer erkrankt  und kehrte dann 1856, gesundheitlich stark angegriffen, aber als gefeierte Nationalheldin, nach Großbritannien zurück.

1860 wurde die Nightingale School am Londoner St.Thomas Hospital eröffnet, an der das nach ihr bezeichnete Ausbildungsmodell praktiziert wurde. Einen wichtigen Schwerpunkt in der Ausbildung setzte Florence Nightingale  unter anderem auf die Beachtung der Hygiene, um somit Krankheiten und Todesfälle durch Infektionen zu vermeiden. Sie setzte sich unermüdlich und  konsequent für höhere Ausbildungsstandards in der Krankenpflege ein.

Bevor sie am 13. August 1910 im Alter von 90 Jahren in London verstarb, hatte sie 1907 als erste Frau den britischen Verdienstorden verliehen bekommen.

Der „Internationale Tag der Pflege“ findet seit 1967 zu ihren Ehren jährlich am 12. Mai, dem Geburtstag von Florence Nightingale, statt. Sie zählte zu einer der wichtigsten Persönlichkeiten in der Krankenpflege des 19. Jahrhunderts.

 

Gaby  Schneuing

 

Bildquelle:   http://www.medienwerkstatt-online.de/lws_wissen/bilder/3076-1.jpg

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